Schleswig-Holstein

Am Kieler Hauptbahnhof

ASB verschenkte Wärme

Vor dem Kieler Hauptbahnhof verschenkte der ASB-Regionalverband Kiel das, was Obdachlose in dieser Jahreszeit besonders dringend benötigen: Wärme. 30 Schlafsäcke und Isomatten verteilten die Helfer an Frauen und Männer, die meist nur den Himmel als Dach haben. Gedacht war die Aktion aber auch als ein Akt menschlicher Wärme.

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Birgit Nachtigal (links) und Heike Menrath (rechts) von der Hilfsaktion für Obdachlose freuten sich über die Schlafsäcke und Isomatten, die Randie Förter-Barth (2.v.li.), Wolfgang Mainz und Heidemarie Beiß vom ASB-Regionalverband Kiel spendeten. Foto: Martin Geist

Weitere etwa 40 ASB-Gliederungen in ganz Deutschland hatten sich am 6. Dezember an dieser Initiative des Bundesverbandes beteiligt. „Die Zahl der Wohnungslosen steigt dramatisch. Viele Notunterkünfte sind überfüllt, es gibt oftmals nicht genug Plätze für alle Bedürftigen. Daher haben wir uns entschlossen, diesen Menschen schnell und pragmatisch zu helfen“, erklärt ASB-Bundesgeschäftsführer Ulrich Bauch die Idee. 

Ähnlich prekär wie im Rest von Deutschland ist das Problem von Wohnungs- und Obdachlosigkeit in Kiel. Binnen weniger Jahre hat nach Schätzungen die Zahl der Betroffenen um ein Mehrfaches zugenommen. Die Gründe können dabei im Einzelfall sehr unterschiedlich sein. Allgemein trifft der ausufernde Wohnungsmangel diejenigen am stärksten, die am Rande der Gesellschaft stehen. Manche von ihnen finden beim besten Willen keine Bleibe, andere verzichten darauf, etwa weil sie einen Hund haben und Haustiere in den Schlafstätten für Obdachlose nicht erlaubt sind.

Vor diesem Hintergrund hat sich vor drei Jahren die „Hilfsaktion für Kieler Obdachlose und ihre Vierbeiner“ gegründet. Und deren Aktive zeigten sich über die Initiative des ASB höchst erfreut. „Konkurrenz? Nein um Gottes Willen. Wir sind total glücklich.“ So formulierte es Heike Menrath, die zu den etwa 30 aktiven Mitgliedern der Hilfsaktion gehört. Gerade Schlafsäcke waren nach ihren Worten Mangelware, die vom Outdoor-Spezialisten „Globetrotter“ unterstützte Großspende des ASB sei genau zur rechten Zeit gekommen.

Vor dem Kieler Hauptbahnhof bauen die lose organisierten Ehrenamtlichen um Heike Menrath jeden zweiten Sonntag eine Freiluft-Suppenküche auf, die meist zwischen 20 und 50 Obdachlose satt macht. Außerdem kümmern sich die Helfer mit Hundefutter und in anderer Weise auch um deren Vierbeiner. Finanziert wird das Ganze ausschließlich mit Spenden.

Um keine Doppelstrukturen zu schaffen, legte ASB-Regionalverbandsgeschäftsführer Wolfgang Mainz ausdrücklich Wert darauf, dass die Kältehilfe-Aktion in enger Abstimmung mit dieser Gruppe geschah. Nachdem diese Kooperation reibungslos lief und auch bei den Obdachlosen hervorragend ankam, sind weitere gemeinsame Bemühungen für diese Zielgruppe nicht ausgeschlossen. „Wir können uns das schon vorstellen, stehen aber noch ganz am Anfang“, sagt Wolfgang Mainz. Denkbar wäre aus seiner Sicht besonders eine Kooperation im Bereich der medizinischen Hilfe: „Da haben wir ja viele Kompetenzen und Kontakte.“

Martin Geist 07-DEZ-2017