Schleswig-Holstein

ASB Wasserrettung

Dritte Saison am Ostseestrand ist gut verlaufen

Es klingt erst einmal paradox, ist aber trotzdem logisch. Wenn die Wasserretter des ASB über Strände wachen, werden sie nur ganz selten bei Einsätzen im feuchten Element gefordert. An Land jedoch ist ihre Hilfe immer wieder gefragt.

Vom 27. Juni bis zum 6. September haben in dieser Saison Ehrenamtliche des ASB am Ostseestrand der Gemeinde Stein zwischen Kiel und Schönberg Dienst geleistet. Überwiegend gehören sie den Regionalverbänden Kiel und Plön an, Verstärkung kam aber auch aus Lübeck und mit Daniel Ritter und Daniel Becker vom Wasserrettungsdienst Wiesbaden-Rheingau-Taunus sogar aus Hessen.

Die Unterstützung aus dem Süden hat eine kleine Tradition. Als der schleswig-holsteinische ASB im Jahr 2013 erstmals nach langer Flaute wieder eine Gruppe von Wasserrettern stellte, halfen die Hessen mit Fachkunde und Personal aus. So kam es, dass auch in dieser und der Saison davor weitgereiste Retter mit wachem Blick auf die Sicherheit von urlaubenden und einheimischen Erholungssuchenden achteten.

Beim Schauen blieb es natürlich nicht nur. „Die Blessuren, die unsere Leute behandeln mussten, reichten von Schnittwunden über Wespenstiche und Sonnenbrand bis zur Knöchelfraktur“, berichtet Arne Krüger, Leiter der Notfallrettung im Regionalverband Kiel. Im Wasser war die Lage dagegen fast durchweg entspannt. „Das hat viel mit Prävention zu tun“, erklärt Krüger. Wer einen unsicheren Eindruck macht, wird nach seinen Worten rechtzeitig gebeten, sich zurück an den Strand zu begeben. Und bei objektiver Gefahr durch starken ablandigen Wind oder hohen Wellengang verhängen die Wasserretter ohnehin ein Badeverbot. Weil sie keine polizeilichen Befugnisse haben, können sie zwar niemanden daran hindern, dieses Verbot zu ignorieren, doch ganz überwiegend regiert die Vernunft, und die Strandbesucher halten sich daran.

Nach der dritten Saison in Stein zieht Arne Krüger eine positive Bilanz: „Unser Dienst ist sehr wohlwollend entgegengenommen worden.“ Ausbaufähig ist allerdings noch die personelle Besetzung. Zwar gab es diesen Sommer immerhin 15 Freiwillige, die eine Qualifikation als Rettungsschwimmer oder Wasserretter vorweisen konnten, doch angesichts der Tatsache, dass der Wachturm die ganze Zeit über an sieben Tagen in der Woche von 10 bis 18 Uhr mit mindestens zwei Leuten besetzt sein muss, ist das laut Krüger eher knapp.

Der ASB-Mann hofft deshalb, dass zur Saison 2016 weitere Ehrenamtliche dazukommen. Ein Einstieg ist jederzeit möglich. Die Wasserretter des ASB trainieren jeden Donnerstag in der Gaardener Schwimmhalle (Johannesstraße 8) und freuen sich über Neuzugänge. Ein Kurs als Rettungsschwimmer kann bei entsprechender körperlicher Fitness schon an einem kompakten Wochenende absolviert werden, die Ausbildung zum Wasserretter ist umfangreicher und nimmt entsprechend mehr Zeit in Anspruch.

Weitere Auskünfte erteilt Arne Krüger unter Telefon 0431/6616562.

Martin Geist 08-OKT-2015