Schleswig-Holstein

1. Herbstempfang

ASB bekennt sich zu sozialer Verantwortung

Eine 113-jährige Geschichte, nahezu 90000 Mitglieder, etwa 900 hauptamtliche und mehr als 1000 ehrenamtliche Mitarbeiter: Der Arbeiter-Samariter-Bund in Schleswig-Holstein ist eine echte Größe unter den sozialen Vereinen, gehört aber dennoch zu den Bescheidenen im Land. Ein bisschen hat sich das nun geändert. Am Donnerstagabend richtete der Landesverband in der Kieler Kunsthalle erstmals einen Herbstempfang für ungefähr 150 Verbandsmitglieder und Vertreter des öffentlichen Lebens aus.

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Der Kieler Schauspieler und Kabarettist H.-C. Hoth sorgte mit Ausschnitten aus seinem Programm "Stabile Seitenlage" für Amüsement und nachdenkliche Momente.

"Ausgesprochen stolz“ sei er auf das, was der ASB leistet, versicherte Landesvorsitzender Thomas Elvers. Von der Pflege über Kindergarten bis zu Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Jugendarbeit und Flüchtlingshilfe sei man ausgesprochen breit aufgestellt, ohne ins rein unternehmerische Denken zu verfallen, betonte er.

Landesgeschäftsführer Heribert Röhrig verdeutlichte das anhand des Dienstes Essen auf Rädern. Gerade für ältere Menschen im ländlichen Raum sei dieser Service von enormer Bedeutung, oftmals seien die ASB-Leute, die das Essen bringen, die einzigen sozialen Kontakte am Tag. Kostendeckend ist das Angebot laut Röhrig aber nicht zu betreiben, der ASB muss jedes Jahr mehrere hunderttausend Euro aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen zuschießen. „Aus sozialer Verantwortung“ will man zwar daran festhalten, dringend nötig ist aus Röhrigs Sicht aber eine Vernetzung mit Organisationen vor Ort. Das soll die Defizite mindern und könnte zugleich Kapazitäten schaffen, um den Besuchscharakter der Essenslieferung zu stärken.

Großes Lob gab es bei dem Empfang von Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) für die Initiative „Schleswig-Holstein SCHOCKT“. Dabei handelt es sich um eine App, die anzeigt, wo sich der nächste Defibrillator befindet, um im Notfall schnell helfen zu können. Landesweit gibt es laut Alheit jährlich 3200 Fälle von plötzlichem Herzstillstand, die Überlebensrate von zehn Prozent könnte nach ihrer Überzeugung mit Hilfe der App deutlich verbessert werden.

Bewegt waren die Gäste in der Kunsthalle über eine Bilderschau, die zeigte, wie der ASB mit seinem Ende 2015 in Betrieb genommenen „Wünschewagen“ todkranken Menschen eine letzte große Freude macht. Etwa 20 Schleswig-Holsteiner sind bisher mitgefahren, die Nachfrage ist ungebrochen hoch.

Bei kulinarischen Genüssen und begleitet durch Piano-Klänge von Sylwia Timoti ließen es sich die Gäste bis in den späten Abend hinein gutgehen.

Martin Geist 14-OKT-2016
 

Impressionen vom 1. ASB-Herbstempfang

Bilder: ASB/Oliver Renter