Schleswig-Holstein

Kiel-Dietrichsdorf

ASB-Kita wird zum Familienzentrum

Die Kindertagesstätte „Spassbande“ im Kieler Stadtteil Dietrichsdorf ist jetzt ein Familienzentrum. Dahinter steht eine Förderung seitens des Landes, vor allem aber eine logische Überlegung: Kindern kann es nur dann gutgehen, wenn es auch ihren Eltern gutgeht.

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Die soziale Infrastruktur im Quartier vernetzen und zu verbessern, Lücken zu schließen und Doppelstrukturen zu vermeiden: Darum geht es bei dem Projekt laut Jürgen Brockmann, dem Geschäftsführer des ASB-Regionalverbands Kiel. Vor allem aber steht stärker denn je die ganze Familie im Mittelpunkt. Elterncafé, regelmäßige Eltern-Kind-Gruppen, Gesprächskreise und Thememabende sollen Familien bei der Erziehung und Lebensbewältigung unterstützen. Angebote, die nach dem ASB-Konzept nicht nur für die Eltern der Kita-Kinder gelten, sondern für alle jungen Familien im Stadtteil.

Geleitet wird das am 6. November offiziell eröffnete Familienzentrum vom Sozialpädagogen Jan Kubitz, nach dessen Worten das bereits angelaufene Elterncafé in einem umgebauten ehemaligen Nebenraum der Kita gut angenommen wird. Individuelle Kontakte müssen derweil immer wieder gepflegt und neu aufgebaut werden. Private Sorgen kommen dabei zur Sprache, auch Probleme mit Behörden und so manches andere Kümmernis. Angesichts des Umstands, dass das Familienzentrum erst im Aufbau begriffen ist, geht Kubitz davon aus, dass bisher erst „die Spitze des Eisbergs“ zu ihm durchgedrungen ist.

Wo der Schuh drückt und Angebote gewünscht werden, wird anhand von Fragebögen und persönlichen Gesprächen ermittelt. Wie Kita-Leiterin Gundula Britschin berichtet, zeichnet sich auf jeden Fall schon jetzt großer Bedarf ab. Froh ist sie, dass mit Jan Kubitz eine zusätzliche Kraft zur Verfügung steht, die den meist im ganz normalen Betreuungsalltag schon mehr als ausgelasteten Erzieherinnen ein Stück weit die Arbeit im familiären Umfeld abnehmen kann.

Dass das möglich ist, verdankt der ASB einer Initiative des Landes-Schleswig-Holstein, das die Sach- und Personalzentren der Familienzentren jährlich mit 25.000 Euro gefördert. Allerdings nicht dauerhaft und verlässlich, sondern immer nur jeweils für ein Jahr, wie Jürgen Brockmann anmerkt. Wolle man die hohen Ansprüche an solche Zentren ernst nehmen, führe an einer „dauerhaften finanziellen Aufstockung“ kein Weg vorbei, betonte er.

Eingerichtet hat sich die „Spaßbande“ des Kieler ASB im Sommer 2011 im ehemaligen evangelischen Gemeindezentrum in der Johannisburger Straße. Mittlerweile sind zwei Elementargruppen für Drei-bis Sechsjährige sowie drei Krippengruppen für unter Dreijährige geschaffen worden. Freie Plätze gibt es nie, denn das Ansehen der Kita ist hoch. „Die Kinder sind gut aufgehoben, meine Erfahrungen hier sind viel besser als in anderen Einrichtungen“, sagt Simone Knust, die nicht nur Vorsitzende der Elternvertretung ist, sondern auch Mutter des 20 Monate jungen Krippenkindes Bennet.

Groß geschrieben wird in der ASB-Kita die Kooperation nicht nur mit den Eltern, sondern auch mit anderen Akteuren im Stadtteil. Neu angelaufen ist eine Zusammenarbeit mit dem Sportverein Holsatia, der demnächst Turnen für die Kleinen anbieten will.

Martin Geist 09-NOV-2015