Schleswig-Holstein

Neues Interreg-Projekt

Schnelle Helfer: Erste Hilfe konsequent weitergedacht

Mit der Initiative Schleswig-Holstein SCHOCKT hat der Arbeiter-Samariter-Bund in Schleswig-Holstein die Technologie von Smartphoneapplikation (App) und GPS-Ortung beim Kampf gegen den plötzlichen Herztod erfolgreich umgesetzt. Jetzt geht es im Rahmen eines EU-Förderprojektes in deutsch-dänischer Zusammenarbeit weiter. Der Arbeitstitel: Schnelle Helfer - Grenzüberschreitende Erste Hilfe.

Seit dem Start von Schleswig-Holstein SCHOCKT im vergangenen Jahr konnten nahezu 900 Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) in Schleswig-Holstein ausfindig gemacht werden. Fast 600 Geräte konnten innerhalb eines Jahres in der App mit genauem GPS-Standort, Adresse, Öffnungszeiten und Zugangsmöglichkeiten erfasst werden.

Im Rahmen des EU-Förderprojektes Interreg5a will der ASB Schleswig-Holstein nun mit seinem dänischen Partnerverband Dansk Folkehjaelp seine Kernaufgabe Erste-Hilfe-Ausbildung mit der vielfach genutzten Smartphonetechnologie verknüpfen und in die Rettungskette einbinden. Das Projekt wurde vom Interreg-Ausschuss im Dezember 2016 genehmigt und wird voraussichtlich am 01.04.2017 starten. Die Projektlaufzeit beträgt 36 Monate.

Hintergrund: In den dünn besiedelten Gegenden Schleswig-Holsteins als auch Dänemarks besteht das Problem, dass zu viel Zeit vergeht, bevor der Rettungsdienst bei einem Herzstillstand vor Ort ist. Weil hier jede Minute zählt, kann eine markante Verbesserung der Überlebensrate nur durch einen zielgerechten Einsatz erreicht werden, bei dem auch die Zivilgesellschaft aktiviert wird. Was diese Aktivierung angeht, sind die Herausforderungen in Deutschland und in Dänemark dieselben. Aus diesem Grund besteht der Wunsch nach einer grenzüberschreitenden Kooperation, bei der Erfahrungen ausgetauscht werden können und eine gemeinsame Kampagne mit maximaler Medienpräsenz realisiert werden kann.

Die Erste-Hilfe-Ausbildung wird einen wesentlichen Anteil am Projekt haben, beispielsweise in Form von mindestens 200 kostenlosen Grundkursen. Ausgebildete Schnelle Helfer, die sich in unmittelbarer Nähe zum Notfall befinden, werden durch die GPS-Komponente ihrer Smartphones bei Bedarf geortet und parallel zum Rettungsdienst durch die Schnelle-Helfer-App informiert. Mit der App soll die Reaktionszeit z.B. bei einem plötzlichen Herztod auf möglichst unter 5 Minuten reduziert werden. Qualifizierte lebensrettende Maßnahmen können bereits weit vor Eintreffen des Rettungsdienstes durch die Schnellen Helfer eingeleitet werden, denn die ersten Minuten sind bei lebensbedrohlichen Situationen oft entscheidend. Durch das frühe Eingreifen können die Überlebenschancen signifikant gesteigert werden.

Info-Flyer zum Download

03-FEB-2017