Schleswig-Holstein

Neues Berufsbild im Retttungswesen

Notfallsanitäter beginnen ihre Ausbildung

"Sie haben sich für einen interessanten und anspruchsvollen Beruf entschieden." Mit diesen Worten begrüßte Heribert Röhrig, Landesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes, fünf angehende Notfallsanitäter, die jetzt ihre Ausbildung am Lehrinstitut für den Rettungsdienst (LFR) in Fahrenkrug, Kooperationspartner des ASB, begonnen haben.

Der Beruf des Notfallsanitäters hat den bisherigen Rettungsassistenten als höchste nichtärztliche Qualifikation im Rettungsdienst abgelöst. Die Ausbildung unterscheidet sich wesentlich von der bisherigen Ausbildung zum Rettungsassistenten und wurde von zwei auf drei Jahre verlängert. Die entsprechende Änderung im Landesrettungsdienstgesetz wurde im Juli vom schleswig-holsteinischen Landtag verabschiedet.

Immer weniger Krankenhäuser und Ärzte stünden in der Fläche zur Verfügung, immer mehr Verantwortung komme daher den Rettungsdiensten zu, begründete Röhrig diese Qualifizierungsoffensive im Rettungswesen. Die praktische Ausbildung findet zum einen in einer staatlich anerkannten Lehrrettungswache im Umfang von 1960 Stunden und zum anderen in einem geeigneten Krankenhaus im Umfang von 720 Stunden statt. Sie schließt mit einer staatlichen Prüfung ab, die einen mündlichen, schriftlichen und praktischen Teil umfasst. Rettungsassistenten erhalten die Möglichkeit zur Nachqualifizierung, deren Länge sich nach den Berufsjahren richtet.

"Der Stundenplan steht, die Dozenten sind gebrieft, zusätzliche Ausbildungsmaterialien wie zum Beispiel Übungsgeräte für die Thoraxdrainage sind vorhanden, eine E-Learning-Plattform ist eingerichtet und Präsentationen und Lehrmaterial wurden erstellt. Wir freuen uns auf diese neue Herausforderung", sagt Schulleiter Thomas Ihms.

Ebenfalls voller Vorfreude und hochmotiviert sind die fünf neuen Azubis, die überwiegend in ASB-Rettungswachen stationiert sind. Nicht alle sind "vorbelastet" wie Sean (19), der bereits ehrenamtlich im Schulsanitätsdienst und in der Wasserrettung engagiert war. Genauso wie er freut sich Marie (21), die außerdem die eher spärliche "Frauenquote" im Rettungsdienst anhebt, nun alle Kompetenzen zu erwerben, um Menschen in Not helfen zu können. Beide sind sehr stolz darauf, zu den ersten Notfallsanitätern in Schleswig-Holstein zu gehören und sehen ihren beruflichen Weg klar vor sich.

Für einhellige Begeisterung sorgte der Hauptbestandteil der Schultüte, die den fünf angehenden Notfallsanitätern überreicht wurde: ein funkelnagelneues iPad, das als Geschenk nicht nur zum Zwecke der Ausbildung genutzt werden darf.

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Vertreter des ASB und Ausbildungsbegleiter bereiteten den fünf angehenden Notfallsanitätern Pascal Schröder, Lars Ralph Potthoff, Marie Leistikow, Sean Rohwer und Jonas Abel (kniend von links nach rechts) einen herzlichen Empfang am Lehrinstitut für den Rettungsdienst.

Annette Peters 08-SEP-2015