Schleswig-Holstein

Spatenstich in Itzehoe

ASB-Hospiz als "Leuchtturm fürs Leben"

Der Landesverband Schleswig-Holstein des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) betritt Neuland in der Betreuung schwerstkranker Menschen. Am 26. Oktober wurde in Itzehoe der erste Spatenstich für ein Hospiz getan. Ihrer Bestimmung übergeben werden soll die voraussichtlich 4,5 Millionen Euro teure Einrichtung Ende 2019.

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Beim Spatenstich: (v.li.n.re.) Rüdiger Blaschke, Vorsitzender des Hospizfördervereins, ASB-Präsident Martin Kayenburg, Projektleiter Axel Schröter, stellv. ASB-Landesvorsitzende Marion Gaudlitz, Bürgervorsteher Dr. Markus Müller und Kreispräsident Peter Labendowicz.

Das Hospiz entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Kirche St. Klemens im Itzehoer Stadtteil Edendorf. Seit einem Jahr wird das profanierte Gotteshaus nicht mehr für religiöse Zwecke genutzt, die jetzt eingeleitete neue Verwendung wird von der Kirchengemeinde sehr begrüßt.

„Das Haus schließt eine Lücke in der Gesundheitsversorgung“, freute sich beim symbolischen Spatenstich Kreispräsident Peter Labendowicz. Bisher müssen Menschen, deren Leben sich dem Ende zuneigt, nach seinen Angaben weite Wege und oft auch lange Wartezeiten auf sich nehmen. Sehr belastend kann das nicht zuletzt auch für die Angehörigen sein, betonte die stellvertretende Landesvorsitzende Marion Gaudlitz. Sie verwies ebenfalls darauf, dass mit dem Hospiz auf dringenden Bedarf im Westen Schleswig-Holsteins reagiert werde.

Betrieben wird das ASB-Hospiz St. Klemens in enger Kooperation mit dem Hospizförderverein Itzehoe. Mit etwa 30 Ehrenamtlichen kümmert sich der Verein derzeit um die ambulante Betreuung Sterbender, unterstützt werden soll nach Angaben des Vorsitzenden Rüdiger Blaschke später auch das stationäre Hospiz.

Blaschke, der zur Feier des Baubeginns dem Anlass sehr angemessene eigene Lieder vortrug, bezeichnete den nun in die Wege geleiteten Bau als altes Anliegen seines Vereins. Schon 1997, als Helga und Theo Rademaker in Itzehoe die Bewegung anschoben, sei der Bau eines stationären Hospizes als Fernziel ins Auge gefasst worden. Froh ist Blaschke darüber, dass nun mit dem ASB „ein starker und kompetenter Träger gefunden wurde“.

In einem Anbau ans Gebäude der Kirche soll ein Trakt mit zwölf Betten entstehen. Zudem sind zwei weitere Appartements für Angehörige geplant. Die ehemalige Kirche selbst wird zu einem Kultur- und Veranstaltungszentrum umgebaut. Außerdem will der Hospizförderverein im früheren Gemeindesaal Büro- und Schulungsräume schaffen.

„Alleine ist eine solch große Einrichtung nicht zu stemmen“, befand Krimhild Niestädt vom Bundesvorstand des ASB und lobte die erfolgreichen Bemühungen der Schleswig-Holsteiner um Bündnispartner. Mit 100.000 Euro unterstützt der Bundesverband das Vorhaben, die Kreisstiftung Steinburg ist mit 170.000 Euro dabei, weitere 75.000 schießt der Hospizförderverein Itzehoe zu. Stolze 300.000 Euro kommen von der Deutschen Fernsehlotterie, weitere Fördermittel unter anderem vom Land.

Laut Marion Gaudlitz bedeutet das Millionenprojekt für den ASB gleichwohl einen erheblichen Kraftakt. Sowohl die Investition an sich als auch später der laufende Betrieb seien nur mit Spenden zu finanzieren, betonte sie. Zwar stelle das Hospiz einen „Gewinn für alle in dieser Region dar“, dennoch werde die Einrichtung wegen der Finanzierungsregeln immer mit Defiziten arbeiten müssen. Die Kosten für den Betrieb werden grundsätzlich nur zu 95 Prozent erstattet, sodass stets um Spenden geworben muss. Wie hoch der jährliche Fehlbetrag sein wird, lässt sich noch nicht konkret sagen, gerechnet wird aber mit einer niedrigen sechsstelligen Summe.

Angesichts des großen Zuspruch für das Projekt ist die stellvertretende Landesvorsitzende aber zuversichtlich, dass das Hospiz, das sie als „Leuchtturm für das Leben“ bezeichnete, auf eine solide Basis gestellt werden kann.

Spendenkonto für das ASB-Hospiz St. Klemens:
Bank für Sozialwirtschaft
IBAN DE35 2512 0510 0007 4135 18
Stichwort: Hospiz

www.asb-hospiz.de

Text und Fotos: Martin Geist

29-OKT-2018