Schleswig-Holstein

Sanis auf der Kieler Woche

Weil helfen einfach Laune macht

Aus Wuppertal, Hannover oder Berlin zum Ehrenamt in Schleswig-Holstein: Beim Sanitätsdienst zur Kieler Woche ist das an der Tagesordnung. Das größte Volks- und Segelfest im Norden lockt Freiwillige Helfer aus allen Teilen Deutschlands an. Sehr zur Freude der Verantwortlichen des ASB-Regionalverbands Kiel, der bei diesem Mega-Ereignis auf Unterstützung dringend angewiesen ist.

Tim Beckamp (links) aus Stralsund und Florian Folta aus Hannover auf Streife an der Hörn. Die Kieler Woche hat es den beiden Ehrenamtlern angetan. Foto: Martin Geist

Ob er ein Fan der Kieler Woche ist? „Na klar“, grinst Jens Blätte. Aus Höflichkeit sagt der Mann aus Wuppertal das bestimmt nicht, denn er ist schon zum achten Mal dabei. „Dafür nehme ich jedes Jahr Urlaub“, erzählt der Sanitäter, der an der Kieler Woche vieles mag: Die Schiffe, den Trubel und auch die ganz überwiegend friedlich-fröhliche Atmosphäre, von der die Helfer durchaus profitieren. Aggressiv oder provozierend tritt ihnen gegenüber kaum jemand auf, Dank und freundliche Worte gibt es dagegen immer mal wieder.

Mirco Rembarczyk bestätigt das. „Aus unserer Sicht ist das eine besonders ruhige Kieler Woche“, sagt der ASB-Mann, der gerade als Bereichsleiter die gesamte Hörn im Blick behalten muss. Jetzt, am späteren Nachmittag, sind 19 Sanitäter im Einsatz. Später, wenn die Plätze voller werden und der allgemeine Alkoholpegel steigt, kommen noch einige dazu. „Da braucht man einfach Leute“, weiß Rembarczyk, dessen Team indes auch zu vergleichsweise früher Stunde allerhand zu tun hat.

Schon um 17 Uhr sind sieben Einsätze aufgelaufen. Jens Blätte half einer Frau, die sich etwas zu Essen geholt hatte und eine allergische Reaktion zeigte. Kreislaufprobleme, ein Sturz im Regen, diverse kleine Pflaster und ein ernsterer Zwischenfall, der einen Transport in die Klinik erforderlich gemacht hat, markieren bis dahin den Rest des Tagesgeschehens.

In bewährter Manier teilt sich der ASB den Sanitätsdienst bei der Kieler Woche mit dem Deutschen Roten Kreuz, den Maltesern und der Johanniter Unfallhilfe. Auch diese Organisationen arbeiten durchweg ehrenamtlich, sodass man sich gemeinsam ein Konzept ausgedacht hat, um die Freiwilligen bei Laune zu halten. Nur teilweise ist der ASB an der Hörn aktiv, ansonsten sind die Sanitäter auch beim NDR, an der Kiellinie und am Gesundheitsamt in der Stadtmitte unterwegs. „Das bietet mehr Abwechslung“, nennt Rembarczyk den Grund für dieses Rotationsprinzip.

Um die 40 Kräfte hat zur Kieler Woche allein der ASB im Pool. Ungefähr ein Viertel von ihnen stammt aus anderen Teilen Deutschlands und ist dabei, weil dieses Fest Laune macht. Meint jedenfalls Florian Folta aus Hannover. Vor drei Jahren war er das erste Mal in Kiel und hatte so viel Spaß, dass er seither jedes Jahr kommt. Was Tim Beckamp aus Stralsund gut verstehen kann. Für ihn ist die Kieler Woche 2018 eine Premiere, auf den Geschmack gekommen ist er so ziemlich auf Anhieb. „Eine schöne Atmosphäre“, schwärmt er. Und das Klima im Team der Helfer empfindet er bei aller Ernsthaftigkeit als locker genug, um den Spaß am Ehrenamt zu bewahren.

Martin Geist 22-JUN-2018