Schleswig-Holstein

Regionalverband Kiel

ASB und Schule retten Leben

Ein Ausbildungsprojekt mit dem ASB-Regionalverband Kiel gab den Anstoß: Die Betreute Grundschule Russee hat jetzt als einer der ersten Schulen der Landeshauptstadt einen Defibrillator. Die ASB-Experten empfehlen das dringend zur Nachahmung.

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Sie setzen sich gemeinsam für Lebensrettung ein. Von links: Markus Nolte vom ASB, Andre Dabelstein und Axel Ahrens von der Betreuten Grundschule Russee sowie Sönke Jönsson und Sabrina Theemann vom Notfalltrainingszentrum Schleswig-Holstein mit dem neuen Defibrillator der Grundschule Russee.

Ein Defibrillator an einer Grundschule? Unnötig, heißt es vielfach, denn dort habe man es ja mit quicklebendigen Kindern zu tun. „Sehr wichtig“ ist ein solch lebensrettendes Gerät dagegen nach Überzeugung von Markus Nolte vom Kieler Regionalverband des ASB: „Das gehört überall hin, wo viele Menschen zusammenkommen.“  Genau aus diesem Grund hat sich jetzt die Betreute Grundschule Russee einen Defibrillator angeschafft.

Unter Regie von ASB-Ausbilder Nolte hat das Team der Betreuten Grundschule jüngst einen Kurs über Erste Hilfe am Kind absolviert. „Erst da ist uns richtig bewusst geworden, wie wichtig ein Defibrillator ist“, erzählt Axel Ahrens, der Vorsitzende des Trägervereins. Schon kurzes Nachdenken genügte, um einzusehen, dass in einer Grundschule eben nicht nur kerngesunde kleine Leute herumtoben. Die Lehrkräfte, das Personal der Betreuung, der Hausmeister, viele Eltern und Großeltern: Für alle ist die überdies zentral im Stadtteil gelegene Schule eine Anlaufstelle. 

Auch ein Blick zu den Nachbarn im Norden hat Axel Ahrens für das Thema sensibilisiert, denn dort finden sich „Defis“ weitaus häufiger als hierzulande. Das bestätigt ASB-Mann Nolte. Was die Dichte an Defibrillatoren betrifft, befinde man sich in etwa auf einer Stufe mit Albanien. Und genau diese Defizite seien ein wesentlicher Grund dafür, dass in Deutschland nach Schätzungen jährlich bis zu 250.000 Menschen an plötzlichem Herztod sterben.

Einfach ein schickes Gerät an die Wand zu hängen, bringt aber erst einmal wenig. Zwar ist der Defibrillator, der mit kontrollierten Stromstößen das Herz wieder in Gang oder in den richtigen Takt bringen kann, nach Angaben des Experten tatsächlich sehr einfach zu bedienen. Nötig ist aber trotzdem auch eine Wiederbelebung durch Herzdruckmassage oder Mund-zu-Mund-Beatmung. 

Genau dieses Zusammenspiel üben die Bediensteten der Betreuten Grundschule gleich nach den Sommerferien in einem Kurs. Andre Dabelstein, der Leiter der betreuten Grundschule, will außerdem für die regelmäßige Wartung und für die Registrierung des Geräts bei den verschiedenen Rettungsdiensten sorgen. Selbstverständlich kommt der „Defi“ aus Russee auch in die ASB-App „Schleswig-Holstein schockt“, in der bisher etwa 1000 Geräte registriert sind. Zu finden ist der Lebensretter in einem Glaskasten hinter der Aula direkt am Übergang vom neuen zum alten Teil der Grundschule.

Ruhen in Sachen Rettung wollen die Russeer trotz zuletzt zahlreicher Bemühungen um Ausbildung und Infrastruktur auch in Zukunft nicht. Ebenfalls im kommenden Schuljahr soll es zusammen mit dem Kieler ASB eine großangelegte Schulung zum Thema „Erste Hilfe von Kindern an Kindern“ geben. 

 

09-JUL-2019