Schleswig-Holstein

Katastrophe in Mosambik

Auch ASB-Helfer aus dem Norden dabei

Ein neunköpfiges Team von ehrenamtlichen Katastrophenhelfern des Arbeiter-Samariter-Bundes ist vergangene Woche nach Mosambik gereist. Unter den hochqualifizierten Helfern aus ganz Deutschland befindet sich auch Jens Lothar Borchers vom ASB-Regionalverband Stormarn-Segeberg. Für den 50-Jährigen ist das nicht der erste Einsatz in einem ausländischen Katastrophengebiet.

Bereits am 21. März flog ein ASB-Team nach Mosambik, um den Hilfsbedarf zu konkretisieren. Dabei offenbarte sich eine dramatische Lage: Nach den heftigen Zerstörungen durch den Zyklon droht dem Land eine schwere Gesundheitskatastrophe; deshalb wird das Schnelleinsatz-Team (FAST) aus Ärzten, Rettungskräften und Ingenieuren besonders in Gesundheitszentren unterstützend tätig sein. „Vor allem geht es darum, die Ausbreitung von Infektionskrankheiten und Epidemien zu vermeiden“, erläutert Jens Lothar Borchers. Die Zeit drängt, denn erste Fälle von Cholera und Malaria sind bereits gemeldet worden. 

Der medizinische Teil des ASB-Teams besteht aus Ärzten und Fachkräften, die auf die Vorbeugung vor Infektionen spezialisiert sind. Zur Eindämmung von Krankheiten wird außerdem sauberes Trinkwasser benötigt. Der technische Teil des Teams wird sich deshalb auf die Installation von Wasserfiltern konzentrieren. Die leichten und mobilen Skyhydranten filtern Viren und Bakterien aus verunreinigtem Wasser und sind schnell aufgebaut. Eine installierte Anlage kann in 24 Stunden bis zu 1.100 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgen und ist somit ein wesentlicher Bestandteil, um Epidemien zu vermeiden.

Jens Lother Borchers vom ASB-Regionalverband Stormarn-Segeberg ist Ingenieur für Umwelttechnik und ausgebildeter Notfallsanitäter. Seit 2007 engagiert er sich ehrenamtlich im FAST. Er gehört zum technischen Teil des Teams und ist sogenannter WASH-Experte (Wasser, Sanitäre Einrichtungen und Hygiene). Der Einsatz in Kambodscha ist für ihn die vierte derartige Mission. Zuvor war der Norddeutsche bereits auf Haiti, im Nordirak und auf den Philippinen tätig. „Wenn wir kommen, ist es zwar schon relativ sicher, aber doch immer wieder aufregend, weil man nie genau weiß, was auf einen zukommt“, beschreibt Borchers seine Erfahrungen. Zugleich betont er, dass derartige Einsätze jeden persönlichen Aufwand wert sind: „Man kann mit relativ einfachen Mitteln ganz viel Positives erreichen.“ Gewürdigt wird das nicht zuletzt von den unmittelbar Betroffenen, weiß der Ehrenamtler vom ASB: „Die Dankbarkeit der  Bevölkerung ist wirklich bewegend.“

Jens Lother Borchers und die übrigen Mitglieder des FAST-Teams werden zwei Wochen im Katastrophengebiet bleiben. Sie werden dann nicht nur Soforthilfe leisten, sondern das Personal in den Gesundheitsstationen im Umgang mit Infektionskrankheiten und in der Nutzung der Wasserfilter schulen. „Das Ganze soll nachhaltig sein“, betont Borchers.

Ob die Mission im Mosambik nach 14 Tagen abgeschlossen ist, steht noch nicht fest. Bei Bedarf wird der ASB-Einsatz verlängert, aber mit anderen Kräften, weil die jetzt auf ihren Koffern sitzenden Ehrenamtlichen dann wieder zu ihrer normalen Arbeit müssen. 

Martin Geist 02-APR-2019