Schleswig-Holstein

ASB-Sanitätsdienst

Voller Einsatz zur Kieler Woche

Zehn tolle Tage. Das ist im Idealfall die Kieler Woche. Einen wichtigen Teil dazu bei tragen Dutzende von Freiwilligen, die für den ASB den Sanitätsdienst übernehmen. Spaß daran haben die aus ganz Deutschland angereisten Ehrenamtlichen ganz gewiss. Und zeitweiliger Stress gehört eben dazu.

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Helfen verbindet: Kira Lausen aus Kiel sowie Erdem Üresin und Justin-Ole Schill aus Hamburg sind gemeinsam im Dienst für die Gesundheit der Gäste des Internationalen Marktes und der Rathausbühne.

Rettungssanitäterin Merle Meixner vom Regionalverband Kiel spricht den Kieler-Woche-Besuchern zunächst mal ein Kompliment aus. Angesichts der Rekordtemperaturen von teils mehr als 30 Grad haben sich die allermeisten Leute nach ihrem Urteil „sehr vernünftig“ verhalten. Will heißen: Sie haben genug Wasser getrunken, um gut durchs Gewühl und die Hitze zu kommen. Wenn die Helferinnen und Helfer allerdings ran müssen, dann tatsächlich immer wieder, weil sich zu viel Alkohol und zu viel Hitze nicht vertragen und der Kreislauf schlapp macht. 

„Das passiert aber eigentlich nicht öfter als sonst auch“, weiß Merle Meixner, die in dieser Einschätzung von Stefanie Strothmann bestätigt wird. Trotz des sehr guten Wetters und der sehr großen Besucherzahlen stellt sich die Kieler Woche 2019 aus Sicht des Sanitätsdienstes als durchschnittlich dar, sagt die Frau von der Kieler Berufsfeuerwehr, die für diesen Dienst die Gesamtverantwortung trägt. Am meisten los war demnach bisher am Dienstag, auch wegen einer größeren Schlägerei im Bereich der Hörn. 

Ein tragischer Zwischenfall ereignete sich indes gleich zum Auftakt am vergangenen Sonnabend. Nach einer Rangelei wurde ein 31 Jahre alter Mann bewusstlos an der Kaistraße gefunden und starb am Montag an einer Hirnblutung. Gegen einen 30-Jährigen, der dem Opfer einen Schlag versetzt haben soll, wurde jetzt ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung mit Todesfolge eingeleitet.

Aggressivität scheint überhaupt ein größeres Thema auf dieser Kieler Woche sein. Martin Zweigler von den Einsatztauchern des ASB wacht mit zehn weiteren Helfern an der Kiellinie über die Sicherheit auf dem Wasser und ist schon mehrfach mit rabiaten Zechgenossen aneinandergeraten. „Auf der anderen Seite gibt es auch viele Leute, die sich dafür bedanken, dass wir das machen“, erzählt der Retter vom Regionalverband Kiel. Aus der Förde gefischt haben die Frauen und Männer fürs feuchte Element tatsächlich schon mehrere Pechvögel. Entweder fielen die versehentlich ins Wasser oder sie sprangen zur Abkühlung hinein und verletzten sich dabei. „Das kann zu schlimmsten Verletzungen führen“, warnt Zweigler vor Leichtsinn. Der Wasserstand an der Kiellinie ist je nach Wind sehr unterschiedlich, sodass man sich beim – ohnehin verbotenen – Hineinspringen von den Stegen schwerwiegend verschätzen kann.

Mehr als die üblichen Wehwehchen mussten derweil die ASB-Helfer an Land bisher selten behandeln. „Verletzungen durch Glasscherben und Insektenstiche sind die Klassiker“, erzählt Merle Meixner, die für den ASB gemeinsam mit Julia Gronwald und Konstantin Knopf auch in der Technischen Einsatzleitung der Berufsfeuerwehr tätig ist. Außerdem hat das ehrenamtliche Trio für den ASB vorab praktisch die gesamte Organisation des Einsatzes übernommen. 

Zahlreiche Freiwillige aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Berlin, Münster, Ludwigshafen und vielen anderen Regionen unterstützen den mehr als 60 Mitglieder starken Sanitätsdienst des Regionalverbands Kiel dabei. Die „Gastarbeiter“ machen das nicht zuletzt deshalb gern, weil die Kieler Woche zwar manchmal Stress bereitet, aber halt fast immer auch Spaß.

Text und Bilder: Martin Geist 27-JUN-2019