Schleswig-Holstein

Firma spendet Rollstuhl

Noch mobiler mit dem Wünschewagen

Freiwilliges Engagement hat viele Facetten. Und mindestens zwei davon vereint Steffi Kort auf sich. Seit November 2018 gehört sie zum Team des Wünschewagens und setzt sich dafür ein, schwerstkranken Menschen eine letzte Freude zu machen. Und weil sie diesen Dienst des ASB-Landesverbands Schleswig-Holstein nach eigenen Worten zugleich als ihr persönliches „Herzensprojekt“ empfindet, legt sich die Gettorferin noch in einer anderen Hinsicht ins Zeug. Sie setzt sich dafür ein, dass der Wünschewagen noch bekannter und noch besser ausgestattet wird. Auf diese Weise hat sie nun eine größere Spende in Form eines Rollstuhls mobilisiert.

Einen Rollstuhl hat Horst Sauerwein, Geschäftsführer der Firma Assmann, an Steffi Kort vom ehrenamtlichen Team des Wünschewagens überreicht. Foto: Martin Geist

Lange argumentieren musste Steffi Kort nicht, als sie sich an die Assmann Medizin-, Orthopädie- und Rehatechnik GmbH in Kiel wandte. Geschäftsführer Horst Sauerwein sagte sofort zu, denn auch für ihn ist das Dauerprojekt, das sich komplett über Spenden finanziert, unterstützenswert wie kaum eine andere Initiative. Um den Wünschewagen noch flexibler zu machen, spendete die Firma Assmann einen faltbaren Rollstuhl, der wenig Platz in Anspruch nimmt, wenn er nicht  benötigt wird und schnell zur Stelle ist, wenn doch Bedarf besteht.

Nachdem der Kontakt derart fruchtbar geknüpft war, packte Steffi Kort die Gelegenheit beim Schopf und informierte die Außendienst-Mitarbeiter des mit 125 Beschäftigten arbeitenden Kieler Traditionsbetriebs über den Wünschewagen. „Das sind ideale Multiplikatoren“, meint die 40-jährige Gettorferin, nach deren Überzeugung dieses besondere Fahrzeug gar nicht bekannt genug sein kann.

Steffi Kort selbst wurde über ihre Arbeit bei der Werk- und Betreuungsstätte für Körper- und Mehrfachbehinderte in Ottendorf auf den Wünschewagen aufmerksam. Seit einem Jahr entwickelt diese Einrichtung in Kooperation mit der ambulanten Hospizinitiative Kiel ein Konzept zur Trauerbewältigung für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, und in diesem Zusammenhang bekam die gelernte Heilerzieherin ein Infoblatt über das für den letzten Dienst am Menschen durchs Land fahrende ASB-Fahrzeug in die Hand. „Eine tolle Idee, einfach noch einmal Momente zu schenken“, beschreibt Steffi Kort ihren ersten und bis heute anhaltenden Eindruck. Sie selbst hat inzwischen schon zwei Menschen im Wünschewagen begleitet. Gerade die erste Fahrt, so räumt Steffi Kort ein, musste sie zunächst schon nachwirken lassen, doch die positiven Emotionen überwiegen eindeutig: „Es ist einfach toll, dabei zu sein, wenn sich Menschen, die kaum noch Zeit haben, vielleicht ein letztes Mal von ganzem Herzen freuen.“

Martin Geist 15-MAI-2019