Schleswig-Holstein

Regionalverband Ostholstein

Seit 50 Jahren eine prägende Kraft

Der ASB-Regionalverband Ostholstein feiert am 29. September sein 50-jähriges Bestehen. Ehrensache, dass dann auch Freunde aus Dänemark mitfeiern werden.

Mit einem von Berliner Zimmerleuten organisierten „Lehrkursus für die Erste Hilfe bei Unglücksfällen“ begann im November 1888 die Geschichte des ASB. Sehr jung scheint im Vergleich dazu der Regionalverband Ostholstein zu sein, der in diesem Jahr sein 50. Jubiläum feiert. Erste Regungen des ASB gab es allerdings schon deutlich früher.

Ehe sich die Berliner Initiative zur Selbsthilfe auch im Norden durchsetzte, dauerte es dennoch einige Zeit. In Kiel bildete sich im Jahr 1913 eine erste ASB-Kolonne, für 1925 sind entsprechende Organisationen auch in Eutin, Oldenburg und Neustadt in Holstein, Ahrensbök sowie Bad Schwartau nachgewiesen. In Heiligenhafen, heute ein Schwerpunkt des ASB in dieser Region, hat es hingegen scheinbar keine ASB-Aktivitäten gegeben. Allerdings sind über diese Zeit auch nur sehr wenige Details bekannt.

Anlass zur Gründung des Arbeiter-Samariter-Bundes in Heiligenhafen im Jahr 1969 war indes nicht der Gedanke der organisierten Selbsthilfe, sondern es steckte die Neuordnung des Katastrophenschutzes dahinter. Die bis dahin vom Bund unterhaltenen und vom Land verwalteten Zivilschutz-Einheiten wurden vom Staat abgekoppelt und mussten sich einen Trägerverband suchen. Der war im Ostholsteinischen letztlich mit dem Arbeiter-Samariter-Bund gefunden.

Bodo Czepannek wurde am 6. September 1969 zum ersten Leiter des neuen ASB-Stützpunktes gewählt. Schon ein paar Wochen später wurde aus dem Stützpunkt eine eigenständige Kolonne und 1971 schließlich der Ortsverband Heiligenhafen. Sanitäts- und Rettungsdienst, selbstverständlich auch die Erste-Hilfe-Ausbildung und der Katastrophenschutz, das war lange Zeit das klassische Kerngeschäft des ASB in Heiligenhafen. 

Neuland betraten die Heiligenhafener aber, als sie im Juni 1988 die erste „Schnelleinsatzgruppe Sanitätsdienst'' in Schleswig-Holstein gründeten. Gedacht war und ist diese Einheit für Großunglücke und auch für Gefahrgutunfälle. Mit Aktionen für Erdbebenopfer in Armenien und Atomopfer in Tschernobyl begann sich in dieser Zeit auch die Auslandhilfe zu etablieren, ohne dass die Aufgaben vor der eigenen Haustür vernachlässigt wurden. 1992 wurde eine neue Rettungswache in Burg auf Fehmarn eingeweiht, es folgten die Einführung des Hausnotrufs und des Pflegedienstes, 1998 schließlich der Einzug ins neue Gebäude des Ortsvereins auf der Tollbrettkoppel Heiligenhafen. 

Weil sich die Aufgaben des Ortsverbands Heiligenhafen immer umfangreicher gestalteten, wurde er zum 1. Januar 2014 offiziell zum Regionalverband Ostholstein umbenannt. Mit Angeboten vom Kindergarten über den Besuchshundedienst bis zur Drohnen-Suchgruppe sowie ihrer ausgeprägten Zusammenarbeit mit der dänischen Partnerorganisation Dansk Folkehjaelp in Dänemark ist diese Gliederung längst zu prägend für den ASB in ganz Schleswig-Holstein geworden. 

Anlässlich des bevorstehenden Jubiläums hat der Regionalverband auch zwei Mitglieder der ersten Stunde geehrt. Dieter Persson wurde mit dem Samariter Ehrenkreuz in Gold und Peter Foth mit der Ehrenmedaille des ASB für jeweils 50-jährige Mitgliedschaft im ASB geehrt. Beide hatten schon vor Gründung des ASB Führungsaufgaben im damaligen Zivilen Bevölkerungsschutz übernommen und waren nach der Gründung des ASB Heiligenhafen am 31. 10. 1969 in den ASB-Vorstand gewählt worden.

02-AUG-2019