Schleswig-Holstein

Wünschewagen

Eine frische Finanz-Brise

Obwohl die Gorch Fock auf der Werft liegt und noch keinen Wind in den Segeln spürt, hat ihre Besatzung für den guten Zweck ordentlich die Backen aufgeblasen. Das auf dem Segelschulschiff unerlässliche Zusammenwirken vieler Kräfte bewährte sich auch an Land, sodass sich der Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) über eine frische Finanz-Brise in Höhe von 3000 Euro freuen darf.

3000 Euro für den Wünschewagen des ASB. Von links freuen sich: Gorch-Fock-Kommandant Nils Brandt, ASB-Präsident Martin Kayenburg, Axel Schröter vom ASB-Landesverband SH sowie die Besatzungsmitglieder Dominik Runge, Mario Kraus, Gerry Pudewill, Sascha Lage, Ömer Duran, Hamedani Sascha Daryosch und Sandra Schroth.

 Alle Jahre wieder richtet die Besatzung der Gorch Fock einen Weihnachtsmarkt aus, dessen Erlös an Einrichtungen fließt, die einem sozialen Zweck dienen. Egal ob Glühwein, Waffeln oder Bratwürste, alles wird dabei gesponsert, sodass am Ende auch dank zusätzlicher Spenden aus privaten Portemonnaies stets ein hübsches Sümmchen auf der Habenseite steht. Wem es zugutekommen soll, das war diesmal schnell entschieden, berichtet Kapitänleutnant Sandra Schroth von der Gorch Fock. Ein Mitglied der Besatzung hatte nach ihren Worten vor kurzer Zeit durch einen schweren Krankheitsfall in der eigenen Familie eine Begegnung mit dem ASB-Wünschewagen und daraufhin „ganz viel Tolles“ darüber erzählt. Solches Engagement zu fördern, sei deshalb eine regelrechte Herzensangelegenheit für die maritimen Helfer. 

Genau das ist der Wünschewagen laut ASB-Präsident Martin Kayenburg für die mehr als 120 Frauen und Männer, die sich als ehrenamtliche Wunscherfüller dafür engagieren. Oft sind darunter auch ansonsten Hauptamtliche, die sich freuen, einmal ohne Zeitdruck für Menschen dasein zu können, betont er. Seinen „Heimathafen“ hat der Wünschewagen in Elmshorn, von dort aus hat er seit September 2015 insgesamt 160 Fahrten mit 330 beförderten Personen unternommen. Anliegen des Dauerprojekts ist es, schwerkranken Menschen, die oft nur noch kurze Zeit zu leben haben, letzte Herzenswünsche zu erfüllen. Noch einmal einen Tag mit der Familie verbringen, ein Ausflug an die Kieler Förde, ein Kulturtrip zum „König der Löwen“ oder einfach eine vielleicht allerletzte kleine Tour durchs eigene Dorf, um solche Wünsche geht es bei den Fahrten. 

Weil all das für die Passagiere komplett kostenlos ist und es keine öffentlichen Zuschüsse gibt, muss der Wünschewagen, der bei seinen Fahrten schon unzählige Male Tränen der Freude ausgelöst hat, komplett über Spenden finanziert werden. Umso wichtiger ist es nach Überzeugung von Axel Schröter, stellvertretender Landesgeschäftsführer und Projektleiter des Wünschewagens, dass sich Gruppen wie die Besatzung der Gorch Fock für diesen Dienst an der Menschlichkeit ins Zeug legen. 

Martin Geist 26-FEB-2020