Schleswig-Holstein

Immer mehr Interesse

Trainingslager für die „Jugend im Ausland“

Botswana, Peru, Südafrika, Indien, China, Ecuador, Tansania, die Ukraine: Für die „Jugend im Ausland“ ist die Palette der möglichen Ziele äußerst breit. Auch dank der Unterstützung des an dieser Aktion beteiligten ASB Schleswig-Holstein.

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Jelle Schormann, Paulina Gehring und Paul Neumann (von links) trommeln ihrem Auslandsaufenthalt schon freudig entgegen. Foto: Martin Geist

Bei „Jugend im Ausland“ handelt es sich um ein Gemeinschaftswerk des ASB und des Vereins für Kinder-, Jugend- und Soziale Hilfen. Diese beiden Organisationen kooperieren mit dem Bundesfreiwilligendienst „Weltwärts“, hinter dem wiederum die Bundesregierung steht. Insofern ist es kein Wunder, dass dieser Freiwilligendienst den Ruf hoher Seriosität genießt. Und von Jahr zu Jahr mehr Interesse in der Zielgruppe der 18- bis 28-Jährigen gerade auch aus Schleswig-Holstein weckt.

Befanden sich früher oft nur vereinzelt Landeskinder unter den Reiselustigen mit sozialer Absicht, so stellen sie diesmal unter den Bundesländern die größte Gruppe. Mehr als 30 junge Schleswig-Holsteiner werden dabeisein, wenn Anfang September 75 junge Leute zu ihrem einjährigen Auslandsaufenthalt aufbrechen.

Ins kalte Wasser geworfen werden sie dabei nicht, betont Cathrin Hirsch vom Verein „Jugend im Ausland“. Zunächst einmal gilt es, ein Auswahlverfahren zu überstehen, bei dem Eignung und Motivation auf den Prüfstand gestellt werden. Und wer dann erfolgreich ist, bekommt in Vorbereitungsseminaren das Rüstzeug für seine soziale Mission in fremde Länder. 42 Teilnehmer waren jetzt in Kiel zugange und bildeten sich über mehrere Tage hinweg in der Jugendherberge Gaarden fort.

Und das nicht nur theoretisch. Abschließender Höhepunkt war ein von den jungen Erwachsenen selbst organisiertes Spielfest auf dem Vinetaplatz. In mehreren Stationen konnten Kinder sportliches Talent, Geschicklichkeit und Kreativität unter Beweis stellen, vorbereitet und realisiert wurde alles komplett von der „Jugend im Ausland“.

Paulina Gehring kommt aus der Nähe von Frankfurt und hatte schon lange vor, nach dem Abi nicht gleich an die Uni, sondern ins Ausland zu gehen. Nun freut sie sich auf Südafrika, wo sie zusammen mit anderen Gleichaltrigen ein Handballprojekt für Kinder betreut. „Erfahrungen sammeln und etwas Nützliches tun“, das sind die wichtigsten Ziele, die sie damit verfolgt. Und ein Ziel für die Zeit danach hat sie auch schon: Psychologie studieren.

Paul Neumann, 18 Jahre und ebenfalls frischgebackener Abiturient, packt aus ähnlicher Motivation seine Koffer. „Etwas Soziales machen, etwas von der Welt sehen und eine andere Kultur kennenlernen“, das ist es, was ihn reizt. Der junge Mann aus Schönkirchen hat sich Tansania ausgesucht. In einer kleinen Freiwilligengruppe wird er sich nahe am Kilimandscharo im Englisch-, Sport und Musikunterricht betätigen. Ganz wichtig ist es ihm außerdem, in Kochprojekten mit den kleinen Einheimischen gesundes und preiswertes Essen zuzubereiten. In anderer Weise sozial geht es für Paul Neumann ein Jahr später weiter, denn dann will er Medizin studieren.

Bei der „Jugend im Ausland“ werden Flug, Verpflegung und alle weiteren Kosten zu 75 Prozent vom Bundesentwicklungsministerium finanziert. Den Rest, jedoch höchstens 3000 Euro, müssen die Teilnehmer selbst beisteuern. Bewerbungen für den Durchgang, der im September 2017 startet, sind bereits möglich. Ein erstes Auswahlseminar soll im kommenden Oktober in Kiel vonstatten gehen.

Weitere Informationen unter www.jugend-im-ausland.de

Martin Geist 25-JUL-2016