Schleswig-Holstein

Offizielle Vorstellung des Wünschewagens

"Eine wundervolle Einrichtung"

„Schön ist er.“ Ministerpräsident Torsten Albigs erste Reaktion auf den Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB), der heute (7. Dezember) der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

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Mit seinem Wünschewagen unterstützt der ASB schwerkranke Menschen in Schleswig-Holstein, denen für das Erreichen letzter Wunsch-Ziele nicht mehr viel Zeit bleibt. Unbürokratisch, kostenlos und auf dem schnellsten Wege bringt er den Fahrgast an das gewünschte Ziel – zum Beispiel an einen besonderen Ort seiner Lebensgeschichte.

„Der Wünschewagen des ASB ist eine wundervolle Einrichtung, und ich habe mich sehr gefreut, dass dieses Projekt nun zu uns nach Schleswig-Holstein kommt“, erklärte Albig. „Dieses Projekt erfüllt Wünsche, die für die Menschen von großer Bedeutung sind: ein letztes Mal sein Pferd streicheln oder Abschied von der eigenen Wohnung nehmen. Der Wünschewagen passt gut zu Schleswig-Holstein, einem Land der Nächstenliebe und des Ehrenamtes. Ich habe sehr gerne die Schirmherrschaft für dieses großartige Projekt übernommen und danke allen, die mit ihren Mitgliedsbeiträgen und Spenden diesen Wünschewagen möglich gemacht haben.“

ASB-Landesvorsitzender Thomas Elvers freute sich, dass der Wünschewagen die verschiedenen Kompetenzen des ASB in idealer Weise bündele. Die Wunschfahrten werden von qualifizierten ehrenamtlichen Fachteams begleitet. Die Begleiter bringen Kompetenzen aus dem medizinisch-pflegerischen Bereich je nach den individuellen Bedürfnissen des Fahrgastes mit, also zum Beispiel aus der Geriatrie, der Pädiatrie oder der Palliativpflege. Der Wünschewagen wird in ganz Schleswig-Holstein eingesetzt und steht alten und jungen Menschen zur Verfügung, die aufgrund ihres Gesundheitszustandes eine nur sehr niedrige Lebenserwartung haben.

Der Wünschewagen bietet auch Raum für den Lebenspartner bzw. die Lebenspartnerin oder eine andere Begleitperson. Die Grundregel lautet bei jeder Wunschfahrt gleich: Die Regie liegt beim Fahrgast. Eine letzte, ruhige und bewusste Reise zu sich selbst ist genauso möglich wie die Einbindung des Wünschewagens in einen großen, gemeinsamen Familienausflug.

Wie gut das funktioniert, davon wusste Annika Schulze Aquack, Geschäftsführerin des ASB Regionalverbandes Ruhr, zu berichten. Dort startete im Sommer 2014 der deutschlandweite erste Wünschewagen. Sage und schreibe 135 Ehrenamtliche stehen ihren Worten zufolge für Fahrbegleitungen zur Verfügung. In Schleswig-Holstein rollt nun der zweite Wagen dieser Art - und auch hier wurden bereits die ersten 20 Ehrenamtler geschult. Nach den Plänen des ASB Bundesverbandes sollen in naher Zukunft in allen 16 Bundesländern Wünschewagen unterwegs sein.

Der Wünschewagen

Das Fahrzeug erfüllt zwar die Kriterien eines "normalen" Krankentransportwagen, unterscheidet sich aber atmosphärisch deutlich davon, um die Fahrt so angenehm und behaglich wie möglich zu gestalten. Dafür tragen z.B. besondere Beleuchtungseffekte, eine hochwertige Soundanlage und von außen nicht einsehbare Panoramafenster bei. Und auch "Kunst an Bord" macht den Wünschewagen einzigartig.

Stationiert ist das Fahrzeug beim Regionalverband Pinneberg/Steinburg in Elmshorn. Dort werden die Wunschfahrten auch koordiniert.

Die Kosten für eine „private“ – also medizinisch nicht notwendige – Fahrt im Krankentransporter können von Kranken- und Pflegekassen nicht übernommen werden. Dennoch ist die Fahrt mit dem Wünschewagen für den Fahrgast grundsätzlich kostenfrei. Dafür ist der Wünschewagen auf Spenden und langfristige Unterstützung angewiesen.

Der Wünschewagen folgt Vorbildern aus den Niederlanden und Israel und wurde in Deutschland erstmals vom ASB Ruhr e.V. initiiert.

Mehr Infos: www.wuenschewagen.net

Annette Peters 07-DEZ-2015