Schleswig-Holstein

FSJ bei der Arbeiter-Samariter-Jugend

Die Ehemaligen würden es jederzeit wieder tun

Sherin Bonhoff, Anni Köhler und Meike Hofer haben mindestens zwei Gemeinsamkeiten: Alle haben sie ein Freiwilliges Jahr bei der Arbeiter-Samariter-Jugend (ASJ) in Kiel absolviert, und keine von ihnen möchte diese Erfahrung missen.

Silja Lienke, Anni Köhler und Sherin Bohnhoff (von links) sind Feuer und Flamme fürs Freiwillige Soziale Jahr bei der Arbeiter-Samariter-Jugend. Foto: Martin Geist

Jugendarbeit und Jugendarbeit kann sehr unterschiedlich sein. Die einen engagieren sich in Kindergärten oder anderen Einrichtungen direkt von Mensch zu Mensch, die anderen sind eher strategisch und am Schreibtisch zugange. Letzteres trifft fürs Freiwillige Soziale Jahr bei der Nachwuchsorganisation des Arbeiter-Samariter-Bundes zu. Und ist offenbar ein äußerst lehrreiches Unterfangen.

Ferienfahrten, das alljährliche große Pfingstlager mit etwa 200 Teilnehmern, Seminare, Ausflüge, Dankeschön-Partys für Gruppenleiter, Sanitätswettbewerbe und jede Menge andere Dinge: Bei der ASJ gibt es immer was zu organisieren. Was nicht nur die Veranstaltungen an sich betrifft, sondern auch die dazugehörige Öffentlichkeitsarbeit und die Nachbereitung. Anni Köhler, die von 2013 bis 2014 an Bord war, sowie ihre Nachfolgerinnen Sherin Bohnhoff und Meike Hofer waren fest eingebunden in diesen Bereich. Dass sie davon in jeder Hinsicht profitiert haben, steht für die drei jungen Frauen außer Zweifel.

„Ich habe viel gewonnen“, erzählt die 22-jährige Sherin Bohnhoff, die jetzt Physik studiert und zugleich ein bisschen mit einem Wechsel ins Fach Soziale Arbeit liebäugelt. Professionelle Dokumente am Rechner erstellen, das weite Feld der Öffentlichkeitsarbeit und die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen sind Bereiche, aus denen sie besonders viel mitgenommen hat. Und überhaupt, so betont sie: „Man bekommt von jedem Bereich etwas mit, das macht einfach Spaß.“

Ähnlich sieht es ihre Nachfolgerin Anni Köhler. Im September beginnt sie eine Ausbildung zur Erzieherin und fühlt sich dafür auch wegen ihrer Erfahrungen in der ASJ gut gewappnet. Was sie als FSJ-Kraft besonders schätzte: „Dass man alles mitmachen kann und Teil einer Gemeinschaft ist.“ Und Meike Hofer, bis vor wenigen Wochen FSJ’lerin bei den jungen Samaritern, empfand es als „unglaublich bereichernde Erfahrung, nach so vielen Jahren auf der Schulbank ins Berufsleben einblicken zu können“.

Die entscheidende Voraussetzung fürs Freiwillige Soziale Jahr ist zunächst einmal die Lust, etwas für andere zu tun. Rein formal dazu kommt noch das Mindestalter von 18 Jahren, der Führerschein Klasse B und die Bereitschaft, auch mal am Wochenende zur Stelle zu sein. Dafür gibt es vom ASB als Taschengeld, Wohnzuschuss und Verpflegungsgeld pauschal 430 Euro im Monat – und eine umfassende Betreuung.

Zuständig dafür ist die Pädagogin Silja Lienke, die auch dafür da ist, dass die landesweit bis zu 40 FSJ-Kräfte des ASB in Seminaren geschult werden. Die Themen sind breit gestreut und reichen von Kommunikation, Konflikt- und Zeitmanagement und Veranstaltungsplanung bis zu Öffentlichkeitsarbeit und grundlegenden juristischen Lektionen. Mit dazu gehört außerdem „ganz viel Selbstreflexion“, sagt Silja Lienke, die darüber hinaus offen ist für alles, was die ASB’ler auf Zeit bewegt.

So wirklich auf Zeit sind viele allerdings gar nicht dabei. Sherin Bohnhoff und Anni Köhler arbeiten inzwischen ehrenamtlich bei der ASJ mit. Und genau das hat auch Meike Hofer vor, wenn sie von ihrem derzeitigen Auslandsaufenthalt zurückkommt.

Einen freien FSJ-Platz bei der Arbeiter-Samariter-Jugend in Kiel gibt es wieder vom 1. September an, möglich ist auch ein späterer Einstieg. Weitere Informationen unter www.asj-sh.de oder über die Mailadresse: jens.vetter(at)asj-sh.de

Martin Geist 08-AUG-2017